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Sheep View: Tierische Ansicht

In den meisten Städten hatte man sich schnell an die Autos mit dem seltsamen Periskop-Aufbau gewöhnt, Google Streetview-Wagen gehörten eine Zeit lang fest ins Stadtbild vieler Länder. Etwas anders werden jetzt die Färöer-Inseln kartographiert.

#sheepview

Mit knapp 50.000 Einwohnern und teils schwer zugänglichem Gebiet ist es bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, warum Google keine Streetview-Cars entsandte, um die Straßenansicht der Färöer-Inseln aufzuzeichnen. Die pfiffigen Insulaner fanden jedoch trotzdem eine Möglichkeit, um der Welt ihre Heimat zu zeigen: mittels Sheep View.

Die Idee ist so liebenswert, wie einfach. Fünf ausgewählte Schafe wurden in den Dienst der Technik gestellt. Mit den entsprechenden Spezialkameras und Equipment ausgestattet werden diese Tierchen nun die 18 Inseln nach Bildern “abgrasen”, die dann später bei Street View zu sehen sein werden. Dabei sind die schafe teils in flottem Tempo unterwegs und kehren eben auch mal den betonierten Wegen den Rücken und gelangen so an Orte, die für Autos unzugänglich wären.

Bisher ist noch nicht sicher, ob Google das Material tatsächlich übernehmen wird. Daher startete die geborene Färöerin Durita Dahl eine eigene Aktion. Unter dem Hashtag #wewantgooglestreetview kann die Kampagne, die übrigens mit dem Tourismusamt des Landes abgesprochen ist, verfolgt werden.

Ganz neu ist die Idee der tierischen Kamerahelfer allerdings nicht. Auch in Norwegen gibt es bereits die Möglichkeit, Schafen bei ihrem Treiben, oder vielmehr in ihrem atemberaubenden Umfeld zuzuschauen. Unter #sheepwithaview können Schaf Heidi, Erik, Frida, Lars und Kari verfolgt werden.

Beide Kampagnen haben es sich ohne Umschweife zum Ziel gesetzt, den Tourismus im Land anzukurbeln. Und seien wir ehrlich, bei solchen Aussichten und so sympatihschen Guides wäre der nächste Urlaub im wirklich hohen Norden vielleicht doch keine schlechte Idee. Schauen Sie doch direkt nach Flügen auf die Färöer-Inseln!puffins

Fun Facts zu den Färöer-Inseln

1. Es leben fast doppelt so viele Schafe wie Menschen auf den Inseln.
2. Bei knapp 50.000 Bewohnern leben 77 Nationalitäten dort.
3. Es gibt genau drei Straßenampeln auf den Inseln, alle in der Hauptstadt Torshavn und alle relativ dicht beieinander.
4. Verbrechen scheinen hier kein Thema, denn die Inseln verfügen über kein Gefängnis. Zu langen Haftstrafen Verurteilte werden nach Dänemark entsandt.
5. Die Färöer-Inseln gelten als die attraktivsten Inseln, laut dem National Geographic Magazin. Insbesondere die Freundlichkeit der Bewohner ist dieser Titel zuzurechnen.
faroe

Tipps zur Reise

  • Für die Einreise benötigen Sie einen noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass. Wenn Sie weniger als drei Monate bleiben, ist kein Visum erforderlich, ebenso wie spezielle Impfungen.
  • Bezahlt wird in Dänischen Kronen, Kreditkarten und Bezahlung per EC-Karte sind jedoch nicht überall möglich.
  • Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut und selbst Helikopter kommen hier zum Einsatz.
  • Die Färöer Küche zeigt starke Einflüsse aus Dänemark und Großbritannien, aber es gibt auch ganz eigene Spezialitäten, die auf jeden Fall probiert werden sollten.
  • WICHTG: Die reguläre Europäische Krankenversicherungskarte EHIC gilt auf den Inseln nicht. Der Abschluss einer zusätzlichen Absicherung ist also dringend empfohlen.
Fotos: _MG_2883 von Frank Chan, Puffins von Stefan Wisselink, Gásadalur von Stefan Wisselink / Flickr cc.

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