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Neue Blablacar-Gebühren: Was Nutzer jetzt wissen müssen

Seit dem 1. August erhebt der deutsche Marktführer im Bereich Mitfahrgelegenheiten Gebühren für seinen Service. Viele Nutzer sind verärgert, dabei ist es nicht das erste Mal, dass vormals gebührenfreie Vermittlungsplattformen das Verwertungspotenzial ihrer Seiten entdecken – bisher jedoch ohne Erfolg. Bedeutet der Schritt von Blablacar die Wende?

Bereits Monate zuvor hatte Blablacar es angekündigt, doch erst am 1. August diesen Jahres führte das französischstämmige Unternehmen seine Reservierungsgebühr für Mitfahrer auch tatsächlich ein. Laut Deutschlandchef Olivier Bremer würden damit auf einer Strecke von Berlin nach Hamburg zwei bis drei Euro an das Unternehmen gehen. Der Schritt hin zu einem neuen Gebührenmodell war für Blablacar durchaus gewagt: Vor etwa drei Jahren stürzte der Anbieter Carpooling mit seinen beiden Seiten mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de in die Bedeutungslosigkeit ab, nachdem er zuvor Gebühren eingeführt hatte. Doch der Schritt sei nötig, um Umsätze zu generieren. Bereits ab Juni diesen Jahres hatte Blablacar schrittweise begonnen Bargeldzahlungen für Mitfahrer einzuschränken. Viele Fahrten können nur noch vorab online bezahlt werden, damit verhindert das Unternehmen, dass Fahrer und Mitfahrer die Gebühren umgehen.

Zugleich kündigte BlaBlaCar eine Klima-Initiative an: Mitfahren soll ab jetzt klimaneutral werden, indem Blablacar sich verpflichtet einen bestimmten Betrag aus jeder verbindlichen Reservierung in Klimaschutzprojekte zu investieren. Welches Projekt unterstützt wird, darüber soll die Blablacar-Community selbst abstimmen. Bremer rechnet damit, dass BlaBlaCar im kommenden Jahr so einen sechsstelligen Euro-Betrag in Klimaprojekte investieren werde. Die Initiative organisiert das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Klimaschutzstiftung Myclimate.

Ob die Klima-Initiative jedoch genügt, um den Unmut der Nutzer über die neu erhobenen Gebühren zu dämpfen, ist unklar. Bereits jetzt schauen sich viele Mitfahrer nach neuen kostenlosen Alternativen um. Davon gibt es zwar reichlich – so wittert der Konkurrent fahrgemeinschaft.de bereits Oberwasser und spricht von einer Verdreifachung der eigenen täglichen Nutzerzahlen – doch der Markt ist zersplittert und die einzelnen Anbieter damit weniger attraktiv für Nutzer. Für den weiteren Erfolg des Mitfahrriesens spricht auch, dass im Blablacar-Mutterland Frankreich Gebühren bereits vor fünf Jahren eingeführt wurden, ohne, dass sich an seiner Position als Marktführer etwas geändert hätte.

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Foto: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor

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