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Auch wenn die Meinungen, ob denn nun der Londoner an sich, eher als freundlich oder als unfreundlich zu gelten habe, durchaus auseinander gehen, eines steht nach einer kürzlich völlig nach hinten losgegangenen Kommunikationskampagne jedenfalls fest: Sprechen Sie einen Londoner bloß nicht während der U-Bahn-Fahrt an. Denn wie der anhaltende Shitstorm im Netz zum Thema #tube_chat zeigt, mögen die das gar nicht.

Die Idee war ja eigentlich ganz nett gemeint: „Haben Sie eine Unterhaltung mit Ihren Mitreisenden. Pinnen Sie sich diesen Button an und lassen Sie andere wissen, dass Sie interessiert sind“, sagen die Flyer, die gemeinsam mit den Ansteckern mit der Aufschrift „Tube chat?“, zu Deutsch U-Bahn-Unterhaltung, in den vergangenen Wochen in verschiedenen Stationen der Londonder Untergrundbahn auslagen. Dazu noch der etwas großmütterliche Hinweis: „Die tägliche Unterhaltung wird Ihnen gut tun. Fangen Sie noch heute damit an.“

Doch bei den Londonern löste der Gedanke, sich mit einem Fremden in einer fahrenden U-Bahn ohne Aussicht auf ein höffliches, aber schnelles Entfliehen unterhalten zu müssen, geradezu Panik aus. Diese manifestierte sich in endlosen und zum teil recht kreativen Spotttiraden auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken. Ein Twitterer findet sogar eine U-Bahn-Schlägerei wahrscheinlicher, als eine spontane Unterhaltung mit einem Fremden in der Bahn.

Hinter dem Projekt steckt im Übrigen ein Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS. Jonathan Dunne stammt aus dem Mutterland des unverbindlichen Smalltalks, den USA. Er war von der frostigen Reaktion der Londonder mehr als überrascht: „In London haben die Menschen so viele Hemmungen, deshalb habe ich beschlossen, die Anstecker auszuteilen. Ich dachte, es würde eine tolle Erfahrung werden, aber das war es nicht.“

Wenn Sie Ihre nächste Londonreise planen, vergessen Sie nicht: Trotz Ihrer sonst so makellosen Manieren verstehen die Londoner beim Thema U-Bahn-Smalltalk keinen Spaß. Also Klappe zu und auf die eigene Station warten. Oder wie es diese Instagramerin ausdrückt: „Sprich mich verdammt nochmal nicht an! Niemand will in diesem Zug feststecken. Wir sind alle müde. Lass es uns also mit so wenig Idiotie wie möglich durchstehen.“
Wer unbedingt mit den Ortansässigen in Kontakt kommen möchte, der sollte sein Glück besser über einem Pint in der nächsten Bar versuchen.

Fotos: First batch of 500 badges von Instagram-Nutzer @tubechat

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