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EM 2012: Charkiw, der Orient Europas (7/8)

Einmal nach Charkiw zu reisen ist nicht gerade der Traum eines jeden Reisenden. Im Gegenteil. nur weniger Europäer können die Stadt dem richtigen Land zuordnen. Im nächsten Jahr wird sich das ändern. 2012 werden alle Scheinwerfer auf dieses kulturelle Zentrum im Osten der Ukraine gerichtet und die Stadt wird von zehntausenden Fußbalverrückten aus ganz Europa überflutet. Seien Sie auch dabei!

Was gibt es in Charkiw zu sehen

Charkiw ist nicht gerade das, was wir uns unter einer klassischen Städtereise vorstellen; gigantische Wohnblockkomplexe, imposante Statuen, die auf einen alles andere als beruhigend wirken und zu kurz gekommene Straßen. Eine Stadführung durch Charkiw bietet einem die ganze Palette des sowjetischen Realismus. Wir lassen Bilder sprechen:

Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist aber keinesfalls ein grauer Ort. Charkiw wirkt mit seiner besonderen Atmosphäre und dem aufrichtigem Charakter durchaus einladend. Die Stadt ist mit ihren 300.000 Studenten ein bedeutendes Bildungszentrum des Landes. Da ist gute Stimmung in den Bars und Klubs einfach vorprogrammiert. Stellen Sie sich vor, wie es dann erst während der EM 2012 sein wird.

Was Sie nicht auslassen sollten

VerkündigungskathedraleDie Verkündigungskathedrale: Dies ist die Kathedrale der Diözese der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Sie ist so eindrucksvoll wie auch schon ihr Name. Die Adresse ist leicht zu merken. Sie finden sie am Karl-Marx-Platz 1.

Der Platz der Verfassung: Dies ist der Hauptplatz der Stadt und ein gild bei den Einheimischen als beliebter Treffpunkt. Hier finden Sie auch das Denkmal zu Bolschewiki und eine Vielzahl von Attraktionen, darunter auch ein Puppentheater.

Das Schewtschenko-Denkmal: Das Monument finden Sie in der Zentralallee des Schewtschenko-Gartens im Stadtzentrum. Das ist dem ukrainischen Dichter, Schriftsteller, Maler und Denker Taras Schewtschenko gewidmet.

Die Kindereisenbahn: Auf den schmalen Schienen fahren Sie auf 3,6 Kilometern vom Gorki-Park über Sokolniki bis zum Waldpark. Hier lernen junge ukrainische Eisenbahner auch in der Praxis, wie man eine Lokomotive steuert.

Die Seilbahn: Steigen Sie in der Sumskaja Straße neben dem Kino Park in die Seilbahn ein und fahren Sie mit ihr bis in den Stadtteil Pawlowo Pole. Genießen Sie die Aussicht auf den Gorki Park! Für Ihre vielen Parks und grünen Flächen wurde die Stadt 2010 übrigens auch mit dem Europapreis des Europarates ausgezeichnet.

Museen

Als eins der wichtigsten kulturellen Zentren der Ukraine, fehlt es der Stadt neben den zahlreichen Studenten auch nicht an Museen. Im Historischen Museum (Universität Str. 5 ) lernen Sie alles über die Kämpfe Charkiws im zweiten Weltkrieg und im Museum der Kunst (Sownarkomowskaja Str. 11 ) finden Sie ukrainische darstellende und bildende Kunst.

Wenn Ihnen dies zu langweilig scheint machen Sie sich doch ins Museum der sexuellen Kulturen der Welt (Mironositskaja Str. 81a,) auf. Da geht es alles andere als Prüde zu. Bei den Ausstellungsstücken dreht sich alles um Sex. Das Museum beherbergt zahlreiche Reproduktionen von erotischen Gemälden, seine Sammlung von phallischen Skulpturen und einen Souvenirladen der eher an einen Sex-Shop gleicht.

Lenin-Statue von Wladimir Iljitsch.

Sie sollten auf jeden Fall einen Stopp im einem kleinen Gasthaus einlegen, um einen traditionellen Borsch mit roter Beete zu bestellen. In dieser Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern, haben sie eine breite Auswahl an Restaurants. In der Innenstadt finden Sie alles von italienischer Pizza, über japanischen Sushi bis zu amerikanischem Fast-Food. Hungrig werden Sie da sicher nicht bleiben, auch wenn Ihnen nicht nach ukrainischer Küche zuliebe ist.

Günstig nach Charkiw

Charkiw liegt 413 km östlich von Kiew und nur einen Sprung von der russischen Grenze entfernt. Fliegen sie zuerst nach Kiew und legen Sie den Rest der Strecke mit einer ukrainischen Fluggesellschaf oder mit dem Zug zurück! Direktflüge gibt es auch ab Wien.

Noch eine kleine Empfehlung: Die ukrainische Polizei ist auch in Charkiw omnipräsent. Haben Sie immer Ihren Reisepass oder zumindest eine Kopie bei sich. Auch ein paar Brocken Ukrainisch oder Russisch auf einem Zettel können nicht schaden.

Fotos: L-plate big cheese, Cantabrigensis, Antonio Bonanno / Flickr cc.

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