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EM 2012: Posen, die etwas andere Hauptstadt Polens (4/8)

Das nächste Ziel unserer EM-Reise ist das ein bisschen weniger bekannte Posen. Die Stadt, die meistens nur von Geschäftsreisenden besucht wird, birgt überraschende Geheimnisse. Spätestens 2012 wird Poznan, wie die Stadt auf polnisch genannt wird, genau so bekannt werden, wie es schon ihr Name andeutet (poznan(y) – jemand der bekannt ist).

Früher Geburtsstadt der polnischen Nation, heute Kulturzentrum. Wenn sie das erste mal durch die Straßen Posens spazieren, spüren sie sofort die junggebliebene Seele der Stadt. Die Universitätsstudenten gestalten das Nachtleben und bei Tage lädt Sie so manch ein historisches Gebäude zu einem Stadtrundgang ein.

Was gibt es in Posen zu sehen

  • Stare Rynek – Der alte Marktplatz im Stadtzentrum wird von barocken und gotischen Häusern umgeben, die nicht nur mit ihren bunten Fassaden um Aufmerksamkeit ringen.
  • Ratusz – Das Rathaus wurde im 16. Jahrhundert im klassischen Renaissance-Stil errichtet. Blicken sie zu seinen Türmen auf. Wenn sie punkt Mittag unter dem Rathaus stehen, sollten Sie genau die Turmuhr beobachten.

  • Kolegiuk Pojezuickie – Das frühere Jesuitenkolleg wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist heute ein städtisches Gebäude. Seinerzeit diente das Kolleg sogar als Hotel für Kaiser Napoléon I., wenn er sich en route nach Moskau befand. Später wurden hier sogar Konzerte von Frederic Chopin abgehalten.

Kirchen

  • Kirche des hl. Stanislaus – Dies ist wahrscheinlich die schönste barocke Kirche Polens. Besuchen Sie die Pfarrkirche, wenn gerade ein Konzert stattfindet oder die Melodien des Orgelspielers die prachtvolle Schiff der Kirche füllen.
  • Posener Dom – Die erzbischöfliche St.-Peter-und-Paul-Kathedrale wurde von 968 bis 1000 erbaut und war Polens erste Kathedrale. Besuchen sie auch die später errichteten Seitenkapellen, von denen viele von den Bomben im Jahr 1945 verschont blieben.

Schlösser

  • Das Ehemalige Königsschloss – Dieser Königspalast entstand im 13. Jahrhundert, ganz im Trend der damaligen Zeit, auf dem Hügel über der Stadt. Über die Jahrhunderte wurde das Schloss mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Von hier können sie am besten die atemberaubende Aussicht auf die Stadt genießen.
  • Das Residenzschloss Posen  – wird heute von den Polen auch das Kaiserschloss genannt. Das Schloss aus dem frühem 20. Jahrhundert wurde früher vom Polnischen Präsidenten benutzt und diente im Zweiten Weltkrieg auch als Hitlers Residenz. Heute dient das Schloss als Treffpunkt von Kulturliebhabern und beherbergt zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Festivals.

Essen und Trinken

Polnische Küche könnte man vereinfacht als eine Mischung aus deutschen und slawischen Rezepten beschreiben. In den traditionellen Gerichten kann man sogar türkische, ungarische, armenische und sogar französische Einflüsse entdecken. Bei polnischen Menüs wird nicht bei den Kalorien gespart, passend vor allem für die kalten Wintermonate. Einige Speisen, die Sie zumindest kosten sollten:

  • Barszcz: Eine klare Suppe aus roten Rüben, typisch für die slawischen Dörfer in dieser Region.
  • Czernina: Eine süß-saure Suppe mit Entenblut.
  • Varenikes: Wareniki sind Teigtaschen mit Fleisch, Pilzen und Käse.
  • Bigos: Ein Eintopf aus Sauerkraut, frischem Weißkohl , Trockenpilzen, Schweinefleisch, Schinken und verschiedene Wurststückchen.
  • Gulash: Die Speise wurde aus der traditionellen ungarischen Küche übernommen.
  • Golonka: Gepökeltes Eisbein, eins der berühmtesten Gerichte des Landes.

Als Aperitive werden Hering und Lachs serviert und bei den Getränken sollten Sie in Polen auf Bier und Wodka nicht verzichten.

Nachtleben

Die zahlreichen Studenten bringen Posen auch nachts zum beben. Besonders wichtig für diese jungendliche Stadt ist die Musik. Hier dreht sich alles um Chöre, Balletts, klassischen Tanz und Lieder.

Beginnen Sie Ihren Abend auf dem Platz Rynek. Hier trifft sich die halbe Stadt sobald es dunkel wird. Auf dem Rynek finden Sie alles wonach Sie suchen, von Cocktailbars bis zu Restaurants.

Biegen Sie in die Marcin Straße ab, wo Sie in Kisielice, Dragon oder Czytelnia, im Proletaryat (vom Kommunismus inspiriert), im Dubliner und oder in der Tuba (Mare Grasbary 6) weiter feiern können.

Sie sollten auch im Blue Note (Kosciuszki 76), im Sushi Jazz Sharp (Stary Rynek 56) oder Czerwony Fortepian (Wroniecka 18) vorbeischauen.

Günstig nach Posen

Ein Direktflug von Frankfurt nach Posen dauert eine Stunde und 20 Minuten. Auch wenn Sie aus Hamburg, München, Düsseldorf oder Berlin nach Posen fliegen, bringen Sie die Lufthansa, LOT Polish Airlines oder SAS an Ihr Ziel.

Waren Sie schon einmal in Posen? Was würden Sie empfehlen?

Fotos: Logofag, Friar’s Balsam, Ainunau, Steven2358, Mathieu Struck / Flickr cc.

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