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Ende der Reisebeschränkungen für HIV-Positive?

Am Sonntag fand in Washington eine internationale Konferenz zum Thema AIDS, mit über 25.000 Teilnehmern aus 190 Ländern, statt. Bei dieser Gelegenheit haben sich auch die großen Bosse von über 20 internationalen Unternehmen für die Aufhebung der Reisebeschränkungen, mit denen HIV-positive Menschen noch immer bei der Einreise in zahlreiche Länder zu kämpfen haben, ausgesprochen.

Weltweit gibt es noch immer 46 Länder, in denen für Menschen mit HIV bei der Einreise verschiedene Einschränkungen gelten. Laut der Organisation Onusida verweigern ihnen fünf Länder weiterhin Visas und die Einreise, selbst für einen kurzfristigen Aufenthalt. So der Fall bei Ägypten, Irak, Katar, Singapur und den Turks- und Caicosinseln.

Die Einschränkungen, mit denen HIV-Infizierte bei de Einreise konfrontiert werden, hängen vom jeweiligem Land ab und beziehen sich meist auf die Dauer des Aufenthalts oder sogar auf das Aufenthaltsrechts selbst. Laut Miche Sidibe, dem Exekutivdirektor von Onusida, gebe es keine Beweise dafür, dass diese Einschränkungen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dienen würden.

Seiner Meinung nach sind die Reisebeschränkungen “diskriminierend und verletzen die Normen der universellen Menschenrechte. Menschen, die mit HIV Leben müssen, sollten heutzutage den Zugang zu gleichen Chancen und eine weltweite Bewegungsfreiheit genießen.”

Länder mit Einresebeschränkungen für HIV-Positive
Länder mit Einresebeschränkungen für HIV-Positive - Quelle Onusida (2008)

Dies ist das erste Mal in 22 Jahren, dass dieses große Ereignis in den Vereinigten Staaten organisiert wurde. Die Tatsache hat einen starken symbolischen Wert, besonders wenn man bedenkt, dass der nordamerikanische Staat im Jahr 1987 selbst ein Einreiseverbot für Menschen mit HIV verhängte, um die Pandemie einzudämmen. Dieses wurde erst vor drei Jahren von Barack Obama aufgehoben.

Jetzt haben sich zahlreiche Markennamen der Kampagne für die Aufhebung der Reisebeschränkungen für HIV-Positive und ein Ende der Diskriminierung angeschlossen, darunter auch bekannte Unternehmen wie H&M, Gap, Coca-Cola, Merck und Bristol-Myers Squibb. Die Aktion ist durchaus lobenswert, auch wenn dabei sicher oft wichtige betriebswirtschaftliche Gründe dahinter stecken.

Auch beim Unternehmen Levi Strauss äußerte man sich zum Thema:

“Im heutigen Wettbewerbsumfeld, in dem Geschäftsreisen rund um die Welt von entscheidender Bedeutung sind, müssen wir in der Lage sein, unsere Talente dorthin zu schicken, wo Sie gerade gebraucht werden. [...] Wir rufen alle Länder, in denen noch immer derartige Beschränkungen gelten, dazu auf, diese unverzüglich aufzuheben.”

Es bleibt abzuwarten, wie die betroffenen Länder auf diesen Appell reagieren werden.

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