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Indien sammelt Geld für Bahn-Sanierung

Für die geplante Modernisierung des indischen Bahnnetzwerkes werden auch ausländische Investoren gesucht. Eine erste Fahrpreiserhöhungen, die zusätzliche Einnahmen für die Sanierung sichern sollte, musste die indische Regierung schon rückgängig machen.

Mit rund 1,3 Millionen Beschäftigten gehört die indische Bahn zu einem der größten Arbeitgeber der Welt. Doch das veraltete Bahnnetzwerk muss dringend generalüberholt werden. Viele Streckenabschnitte des 65.000 Kilometer langen Eisenbahnnetzes stammen nämlich noch aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft.

Marode Bahn

Jeden Tag transportieren 8000 Passagierzüge des durch das staatliche Eisenbahnministerium gelenkten Unternehmens Indian Railways rund 23 Millionen Passagiere. Kein wunder, der Zug ist in Indien das wichtigste Verkehrsmittel. Doch die Zustände in den Wagons vieler Züge sind teilweise unzumutbar.

Gedrängel, Hitze, Schmutz, mangelnde Sicherheit… Erst ein Drittel des indischen Schienennetzes ist elektrifiziert und die Zugwagons sind veraltet, dreckig und überfüllt. Außerdem stammt mehr als die Hälfte der Schienen noch aus der britischen Kolonialzeit. Viele Züge stellen ein ernstes Sicherheitsrisiko dar.

Die schlechte Bahninfrastruktur hemmt nämlich nicht nur das Wirtschaftswachstum. Rund 40 Menschen sterben pro Tag durch das Verschulden der indischen Bahn. Die meisten an ungesicherten Bahnübergängen und weil sie von den Dächern der überfüllten Züge fallen.
Alte Lok

Suche nach Investoren

Die niedrigen Einnahmen aus den Ticketverkäufen sind der Hauptgrund dafür, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht. Während Experten ihre Einnahmen in 2014 auf 1,4 Billionen Rupien schätzen, benötigt die indische Bahn für die Sanierungsarbeiten bis 2020 laut spegel.de rund 20 Billionen Rupien.

Die Ticketpreise sind einfach zu niedrig. Eine erste Erhöhung der Preise für Bahnfahrkarten um 14,2 Prozent musste jedoch zumindest teilweise rückgängig gemacht werden. Obwohl man mit rund 50 Eurocent auch mehrere Hundert Kilometer zurücklegen kann, sind die Preise für viele Inder trotzdem zu hoch.

Die indische Bahn such nach alternativen Einnahmequellen. So entschied das Eisenbahnministerium Indiens, dass neben den Erhöhungen der Ticketpreise auch ausländische Investoren bei der Generalüberholung aushelfen sollen.
Warten auf den Zug

Große Pläne

Während viele Passagiere schon mit menschenwürdigen Zuständen in den indischen Zugwagons zufrieden wären, hat Indian Railways große Pläne für die Modernisierung der Bahninfrastruktur. So ist unter anderem auch die Einführung der ersten Intercity-Express-Verbindung geplant.

Fotos: soumpaul, Ajay Tallam, reinholdbehringer / Flickr cc.

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