| Reisenews Von

Nach den Buddhas von Bamiyan auch die Pyramiden von Gizeh?

Die zerstörten Buddhas von Bamiyan sind ein Beweis, manchmal bleibt leider auch UNESCO-Weltkulturerbe von Akten religiöser Fanatiker nicht verschont. Ein Führer der ägyptischen Salafisten rief jetzt in einem Interview dazu auf, die Pyramiden von Gizeh samt der Sphinx zu zerstören und sorgte damit für negative Presse und einen erneuten Schlag für die ägyptische Tourismusbranche.

Bedrohtes ägyptisches Weltkulturerbe

Laut Berichten des Portals TravelersToday erklärte der ägyptische Scheich Murgan Salem Al-Gohary vergangenem Samstag gegenüber dem ägyptischen Fernsehsender Dream TV 2, dass alle Götzen und Statuen in Ägypten vernichtet werden müssten. Dabei wies er auf die Lehren der islamischen Scharia hin, die die Vernichtung aller Götzenbilder beinhalten.

Auf die Frage des Moderators, ob Al-Gohary bei einer Machtübernahme auch die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh zerstören möchte, antwortete dieser, dass alle heidnische Statuen oder Idole, die verehrt werden oder von denen vermutet wird, dass sie von mindestens einer Person auf unserer Erde verehrt werden, vernichtet werden müssen. “Wen nicht wir, muss Sie jemand anderes zerstören,” erklärte Al-Gohary.

Diese Aussage sorgte schnell für Empörung rund um die Welt, was auch negative Auswirkungen für den eh schon angeschlagenen ägyptischen Tourismus haben könnte. Dieser stellt einen großen Teil des Landeseinkommens dar, weswegen El-Badry, Leiter der Coalition to Support Tourism, eine Klage nicht ausschließt.

Ägyptisches Welterbe

Die Buddhas von Bamiyan

Al-Gohary ist für seine radikalen Aussagen bekannt. Im Interview prallte er auch mit seiner Beteiligung an der Vernichtung der Buddha-Statuen im afghanischen Bamiyan. Diese wurden im März 2001 durch Sprengstoff der Taliban zerstört. Da halfen auch internationale Aufrufe, nicht zuletzt seitens der UNESCO, nicht.

Die zwei Buddha-Statuen an der einstigen Seidenstraße stammten aus dem 6. Jahrhundert und waren eins eine wichtige Pilgerstätte der Buddhisten. Die 53 und 35 Meter hohen Kolossen in einer steilen Felswand im Tal von Bamiya im Zentrum Afghanistans galten als die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt.

Diese Felswand beherbergte einst die Buddhas von Bamiyan

Hier ist noch ein kurzes Video für alle, die sich ein Bild von dem Tal vor der Zerstörung der Statuen machen möchten:

Fotos: Mrs Logic, Mrs Logic, DVIDSHUB / Flickr cc.

Schreiben Sie einen Kommentar