Obdachlosen-Touren durch Barcelona: Geschichten von der Straße
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Obdachlosen-Touren durch Barcelona: Geschichten von der Straße

Als Nebenwirkung der Wirtschaftskrise steigen die Obdachlosenzahlen in der katalanischen Metropole schon seit mehreren Jahren rasant. Auf der anderen Seite erlebt die spanische Tourismusindustrie derzeit einen richtigen Boom. Barcelona besetzt aktuell Platz vier der beliebtesten Städtereisemetropolen Europas. Besucher, die sich vor der harten Realität des Alltags in der katalanischen Metropole nicht die Augen verschließen möchten, können künftig an speziellen Stadtrundgängen mit Obdachlosen teilnehmen.

Spanien gehört derzeit zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Steigende Besucherzahlen sorgen zwar für höhere Einnahmen in der Tourismusbranche, bringen aber nicht automatisch neue Arbeitsplätze mit sich. Obdachlosigkeit und das Leben am Existenzminimum gehören in Barcelona auch in den touristischen Vierteln zum Alltag dazu. Doch davon bekommen nicht viele Besucher etwas mit.

Geschichten von der Straße

Blick aus dem FlugzeugDerzeit gibt es in Barcelona mehr als 3000 Obdachlose. Dank eines neuen Projektes sollten auch diese von dem Tourismus-Aufschwung profitieren, zumindest ein paar wenige davon. Ein Wohlfahrtsverband führte nach Vorbild von London, Prag und Co. jetzt auch in der katalanischen Metropole sogenannte Obdachlosen-Touren ins Leben.

Die obdachlosen Guides, die bald schon Barcelona-Besucher durch versteckte Gassen der Altstadt führen werden, mussten als erstes an einem Lehrgang mit einem Historiker teilnehmen. Auch die Route steht schon fest. Die Hidden City Tour startet am 11. Oktober 2013, einen Tag nach dem Welttag der Obdachlosen und ist ab sofort Blick auf Barcelonabuchbar. Führungen werden sowohl in spanischer wie auch englischer Sprache angeboten.

Während die Teilnehmer der Hidden City Tour in erster Linie an den berühmtesten touristischen Sehenswürdigkeiten der Altstadt vorbeigeführt werden, bekommen sie neben faszinierenden historistische Bauwerken auch jede Menge Einblicke in die harte soziale Realität der Obdachlosen der katalanischen Touristen-Metropole. Sie lernen Versteckte Ecken und Winkel der Stadt kennen, die meist auch den Einheimischen verborgen bleiben.

Der Rundgang startet an dem R12-Informationspunkt auf der Plaça Nova. Teilnehmer machen an folgenden Stationen halt:

La Catedral
Römische StadtBarcelona im Regen
Plaça Sant Jaume
Plaça del Rei
Altes jüdisches Viertel El Call
Plaça del Pi
El Raval und El Barrio Chino
Hospital de la Santa Creu i Sant Pau
Kirche und ehemaliges Kloster Sant Pau del Camp

Die Führung, die an der Fontäne Font de Canaletes auf der berühmtesten Promenade Barcelonas La Rambla endet, dauert etwa anderthalb Stunden. An besonders sonnigen Tagen werden eher schattige Straßen gewählt. Erwachsene bezahlen für die Tour 10 Euro, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren 8 Euro. Für die ganz kleinen Teilnehmer unter fünf Jahren ist die Führung kostenlos.

Fotos: Francisco Urbano García, James Dennes, Arkaitz O., Wolfgang Wildner / Flickr cc.

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