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Es gibt Menschen, die davon Träumen, einmal auf einer Safari einem Löwen zu begegnen. Es gibt aber auch Menschen, die davon Träumen, seinen Kopf an die Trophäenwand im Wohnzimmer zu hängen. Jedem das Seine. Jagdreisen werden jedoch zum Problem, wenn bedrohte Tierarten unter Beschuss stehen. Nicht genug bedroht anscheinend, den die Jagd auf Elefanten, Eisbären und Co. ist vielleicht umstritten aber noch immer völlig legal.

Hallali auf bedrohte Tierarten

Jährlich begeben sich weltweit über 18.500 Hobbyjäger (focus.de) auf Jagdreisen. Auch in Deutschland braucht man sich über mangelndes Angebot der Reise- und Jagdveranstalter nicht zu beschweren.

Je bedrohter die Tierart, desto mehr muss man für die Jagd und den Abschuss hinblättern. So kostet eine Elefanten- oder Löwenjagd bis zu 60.000, eine Eisbärenjagd in Kanada bis zu 40.000 und eine Spitzmaulnashornjagd sogar bis zu 280.000 Euro.

Dagegen ist die Erlegung eines Braunbärs in Russland mit 7000 Euro schon ein richtiges Schnäppchen. Die Preise beinhalten in der Regel Reise, Unterkunft, Jagdorganisation, Gebühren, Lizenzen, Präparation und Transport der Trophäen und manchmal sogar eine kleine Naturschutzabgabe.

Jäger

Solche Reisen haben zuletzt bei der Messe Jagd und Hund in Dortmund um Aufsehen gesorgt. Um die Jagd auf die bedrohten Tiere wurde zwar nicht speziell geworben, jedoch hatten ein paar Aussteller auf Nachfrage schnell ein passendes Katalog zur Hand.

Auf der suche nach einem Anbieter, brauchen Sie nicht einmal zur Jagdmesse zu fahren. Wenn Sie das Wort Jagdreise googeln, finden Sie schnell einen Veranstalter, der Ihnen für das richtige Kleingeld fast jeden Jagdwunsch erfüllt. So bietet Westfalia sogar einen Spezialkatalog Eisbärenjagd in Kanada 2012.

Die Jagt auf den Ursus maritimus

Der Eisbär hat ja wegen der schmelzender Eisgebiete und dem früheren Tauwetter schon mit einem schnell schrumpfenden Lebensraum zu kämpfen. Laut Wildlife sind die Hälfte der kanadischen Bestände bereits rückläufig.

Weltweit leben in der Wildnis noch um die 20.000 Eisbären. Legal dürfen Sie nur noch in Kanada gejagd werden. Die USA, Norwegen, Russland und Dänemark haben zur Freude von Tierschützern schon die Notbremse gezogen.

Eisbären in der Wildnis

Wer also auf eine Eisbär-Trophäe aus ist, muss sich nach Nordgrönland in Kanada aufmachen. Die kanadischen Behörden verteilen jährlich um 700 der begehrten Lizenzen für die Eisbärenjagt. An die Inuit, die diese jedoch oft, meistens an ausländische Veranstalter, verkaufen.

Der Ursus maritimus gehört laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen nur zur Stufe II der bedrohten Tierarten. Und so sind die beschriebenen Jagdreisen trotz Empörung und Proteste der Tierschützer noch immer ein völlig legales Vergnügen.

Argumente der Veranstalter: Gejagt werden nur männliche Tiere, es werden Lizenzen und Gebühren bezahlt, die Jagd sei nachhaltig… Man fragt sich nur, wie das stimmen soll, wenn man vor allem auf die größten und stärksten Männchen jagt macht.

Jagdreisen, ein teurer Spaß…

  • Elefant: 14-56.000 Euro
  • Löwe: 14-28.000 Euro
  • Breitmaulnashorn: 35.000 Euro
  • Spitzmaulnashorn: 280.000 Euro
  • Leopard: 14-23.000 Euro
  • Büffel: 5-13.000 Euro
  • Eisbär: 40.000 Euro
Quelle: Pro Wildlife

Trophäen

Die US Geological Survey rechnet bis 2050 mit einem Rückgang der Eisbärbestände um weitere 70 Prozent.

Fotos: Jenny Varley, Oggie Dog, Jenny Varley, pterjan / Flickr cc.

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