Marineland in Frankreich
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Keine Reisen mehr zu Delfinarien und Orca-Shows?

Seit dem Erscheinen des Dokumentarfilms “Blackfish” haben Delfinarien, vor allem Parks mit Orcas wie SeaWorld in den USA oder Loro Parque auf Teneriffa, mit jeder Menge negativer Kritik zu kämpfen. Nicht nur viele Besucher auch Reiseveranstalter kehren den einst beliebten Themenparks aus Tierschutzgründen den Rücken.

Dokumentarfilm sorgt für Besuchereinbruch

Eigentlich feiert die Themenpark-Kette SeaWorld mit ihren Delfinarien in Florida, Kalifornien und Texas in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Doch der runde Geburtstag wurde den Parks kräftig von dem in 2013 erschienenen Dokumentarfilm Blackfish vermiest. Dieser sorgte neben jeder Menge Negativschlagzeilen für einen Einbruch der Besucherzahlen wie auch des Aktienwerts der Parks.

Die Dokumentation zeigt anhand von Beispielen aus SeaWorld und dem Loro Parque den gravierenden psychischen und physischen Einfluss, die die Gefangenschaft und das Training auf die Meeresbewohner haben, und die daraus resultierenden Gefahren oder gar tragische Folgen für die Tiere und die involvierten Trainer auf.

Der Film sorgte für eine frische Welle von Protesten und Petitionen. Zahlreiche berühmte Partner und Unterstützer der in dem Dokumentarfilm erwähnten und andere Parks kündigten ihre Zusammenarbeiten mit Delfinarien. Der öffentliche Druck bewegte auch mehrere große Reiseveranstalter aus aller Welt dazu, ihre Reisen zu den Orca- und Delfin-Shows einzustellen.

Seaworld rechnet laut Medienberichten in diesem Jahr mit einen Umsatzeinbruch von sechs bis sieben Prozent und die Negativschlagzeilen machen sich auch beim Aktienwert der Parks bemerkbar.

Reiseveranstalter wenden Delfinarien der Rücken

Mehrere große Reiseveranstalter streichen Delfin- und Orca-Shows aus ihren Reiseprogrammen, einige aus Eigeninitiative andere als Antwort auf den steigenden Druck der Öffentlichkeit. So werden spätestens zum Sommer 2015 auch alle Delfinarien-Angebote aus TUI-Katalogen verschwenden.

FTI Touristik hat diese schon im vergangenen Jahr gestrichen. Auch Alltours und Schauinsland-Reisen möchten in der Zukunft keine Trips zu Delfin- und Orca-Shows mehr anbieten.

Show im Marineland-Park in Frankreich
Show im Marineland-Park in Frankreich

Killerwale in Gefangenschaft

Meeresparks und Großaquarien können den Tieren einfach keine artgerechte Haltung bieten. Neben gesundheitlichen Problemen wird in Gefangenschaft vor allem das Sozialverhalten der Orcas oder auch Delfinen gestört. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu gefährlichen oder gar tödlichen Zwischenfällen mit Killerwalen.

In der EU gibt es immer noch 34 und weltweit etwa 330 Delfinarien. In Deutschland halten derzeit nur noch Zoos in Duisburg und Nürnberg Delfine. Kritik für ihre Orca-Shows ernten aktuell in Europa vor allem der Loro Parque auf Teneriffa und Marineland in Antibes an der Côte d’Azur.

In der Natur

Wer Orcas und anderen Wale in deren natürlicher Umgebung und aus nächster Nähe bewundern möchte, der kann sich in unserem Artikel “Hier schwimmen Sie unter Riesen” über die besten Spots rund um die Welt informieren.

Foto: Andreas Ahrens / Flickr cc.

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