Mit Kindern durch die Weltgeschichte
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Interview mit Nadine von Planet Hibbel: So reist sie mit ihren Kindern durch die Weltgeschichte

Zwei Jungs reichten nicht, um sie vom Reisen abzuhalten. Nadine beweist in ihrem Blog Planet Hibbel, man braucht als frischgebackene Mutter das Reisen noch lange nicht an den Nagel zu hängen. Im Gegenteil. Im Interview erzählt sie über ihre Elternzeit in Thailand und die Freuden, aber auch Tücken, des Reisens mit dem frisch geschlüpften Nachwuchs.

Fliegen mit Baby? Mittlerweile können sich auch frischgebackene Eltern so man einen guten Tipp für eine stressfreie Flugreise online holen. Eine praktische Auswahl finden Sie unter anderem im liligo-Beitrag Baby on Board. Für Berichte von der Front sind Sie dagegen bei Planet Hibbel bestens aufgehoben. Dort berichtet Nadine darüber, wie sie ihre Kinder in “kindgerechter Weise” durch die Weltgeschichte schleppt.

Wie wird aus einer Weltreisenden eigentlich eine weltreisende Mutter?

Indem sie einfach Babies bekommt und so tut, als wär nix gewesen ;). Scherz beiseite. Natürlich ändert sich das Leben mit Kindern extrem. Pläne die man vorher gemacht hast, kann man mitunter über Bord werfen. Und natürlich kann man auch nicht mehr easy peasy monatelang um die Welt reisen. Manche schaffen das und segeln jahrelang mit der Brut um die Welt.

Davor ziehe ich meinen Hut und gebe zu, das kriege ich nicht mehr hin. Aber ich denke, ich kann nur eine gute Mutter sein, wenn ich selber glücklich und zufrieden bin. Und ohne das Reisen wäre mein Leben nur noch halb so schön. Daher schleppe ich meine Kinder in “kindgerechter Weise” durch die Weltgeschichte und hoffe sie bekommen etwas von meiner Reiseleidenschaft ab.

Elternzeit am Strand? Ja, es geht.

Elternzeit im Ausland. Für viele Paare klingt sie verlockend, doch für die meisten bleibt sie nur ein unerfüllter Traum. Zu viele Zweifel und Unsicherheiten. Welche Argumente haben Dich und Deinen Partner davon überzeugt, Baby und Koffer zu packen, Flugtickets zu buchen und für zwei Monate nach Thailand zu verreisen?

Die Entscheidung dazu fiel schon in der Schwangerschaft. Wann hat man als berufstätiger Mensch schon mal die Möglichkeit eine längere Auszeit zu genießen? Die Elternzeit bietet sich dazu perfekt an und ich finde, wir haben in Deutschland ziemlich viel Glück so einem Luxus fröhnen zu dürfen.

Am Ende entscheidet natürlich das Kind, ob so eine Reise möglich ist oder nicht. Aber da sich unser Sohn als gesunder und relativ pflegeleichter Kerl entpuppt hat, stand unserer 2monatigen Auszeit nicht mehr viel im Wege. Wir hatten eigentlich wenig Ängste vor dieser Reise. Schlimmer waren unsere Mitmenschen mit Aussagen wie: Was tut ihr euren Kindern an? Denkt Ihr nicht an die Gefahren und Krankheiten? etc. Das war ehrlich gesagt ziemlich nervtötend.

Das Fazit meiner Reise war: Es war nicht immer ganz einfach, aber trotzdem eine tolle Erfahrung. Meine Kinder hatten statt eines gruseligen Winters Sommer, Palmen, Sonnenschein-Feeling und jeden Tag Babyschwimmen. Sie waren in der Zeit seltener krank als in einem deutschen Winter. Und wir hatten viel Zeit gemeinsam als Familie. Und ich würde es jederzeit wiederholen.

FLIP FLOP-TIMENicht jeder hat Verständnis dafür, wenn Babys und Kleinkinder, wie Du so schön schreibst, durch die Weltgeschichte geschleppt werden. Worin siehst du die Vorteile von Reisen für die Kleinsten?

Die die meckern, sind meist kinderlose Menschen, daher ist es mir relativ egal was diese denken. Ich denke man kann nur mitreden, wenn man in der gleichen Lebenssituation steckt. Und natürlich können sich meine Kinder irgendwann nicht mehr an all unsere Reisen erinnern. Aber ich glaube das man mit einer anderen Sicht auf die Welt groß wird, als wenn man nie aus seinem Viertel rauskommt.

Mein 2jähriger Sohn spielt im Alltag, dass er mit seinem Matchbox-Auto zu seiner kleinen Freundin nach Amerika fährt. Und mein 6jähriger weiß auch aus eigener Erfahrung, dass es wirklich arme Kinder gibt, die nur in einer Bananenblatt-Hütte leben.

Baby on Board. Nicht jeder Passagier freut sich über Nachwuchs im Flieger. Hattest Du schon mal Probleme mit besonders verständnislosen Sitznachbarn?

Bisher zum Glück nicht. Meist war es eher so, dass uns Sitznachbarn am Ende des Fluges erstaunt mitteilten, wie lieb unsere Kinder doch gewesen wären. Nichtsdestotrotz gebe ich zu, lange Flüge mit kleinen Kindern sind kein Vergnügen. Und auch ich bin jedesmal heilfroh, wenn wir angekommen sind.

Wie hast du probiert, deine Söhne während des Fluges ruhig zu halten? Hast Du vielleicht einen Geheimtipp?

Ohje, einen Geheimtipp bräuchte ich selber. Ich denke, man sollte alle Augen zudrücken wenn es um Süßigkeiten und digitales Entertainment geht. Da bin ich im Alltag eher streng. Ich habe beim Start schon mal ne Tüte Gummibärchen verfüttert, nur damit der Nachwuchs still sitzen bleibt. Also genug Snacks einpacken. Und ein IPad mit kindertauglichen Apps oder Filmchen ist ehrlich gesagt auch ein Segen.

Kannst Du bestimmte Sitzplätze für das Reisen mit Babys empfehlen?

Definitiv die Sitzreihe vor der Wand. Da gibt es babybaskets, die man jedoch rechtzeitig bei der Airline reservieren muss. Und wenn die Kleinen schon zu groß für das basket sind, können sie auch mal am Boden sitzen und spielen und man stört nicht unbedingt den Vordermann.

Vor allem in Airline-News aus den USA findet man immer wieder Schlagzeilen in Verbindung mir stillenden Müttern. Als wäre es eine neue Art des Terrorismus. Deine Meinung dazu?

Höre ich ehrlich gesagt gerade zum ersten Mal und kann dazu auch nicht viel sagen. Wenn es stimmt, ist es jedoch lächerlich. Aber die Amerikaner sind ja eher prüde, daher würde es mich nicht wundern.

So werden Kinder in „kindgerechter Weise“ durch die Weltgeschichte geschleppt. :)

Hast Du vielleicht noch ein paar motivierende Worte für alle frischgebackenen Eltern, die ihre Rucksäcke und Koffer bis auf Weiteres auf dem Dachboden verstaut haben?

Nicht soviel auf das Geunke Eurer Mitmenschen geben. Auf Euer Bauchgefühl hören und einfach machen. Ihr selbst könnt Euch und Euer Kind am Besten einschätzen. Selbst die ganz Kleinen können schon reisen. Man muss sich vielleicht ein bisschen einschränken und auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Aber Kinder lieben Abenteuer in der Regel und finden meist (fast) alles spannend.

Fotos: Planet Hibbel

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