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Die Sumpflandschaften im Süden Iraks haben vom Krieg schwere Folgen getragen. Wo einst laut biblischen Erzählungen der Garten Eden lag, möchten Naturschützer jetzt die einstigen paradiesischen Zustände wieder herstellen. Die Region zwischen Euphrat und Tigris sollte laut Berichten der New York Times zu diesem Zwecke zum ersten Nationalparks des Landes erklärt werden.

Das Paradies liegt im Irak

Satellitenbild der Region um Basrah, 2003Beim Namen Irak, kommen einem nicht gerade grüne Sumpflandschaften in den Sinn, eher Wüste, Staub und Kamele. Doch das Land an den Flüssen Euphrat und Tigris war einst ein weites Sumpfgebiet, bevor in den Siebzigern sein Wasserstand durch Dämme gesenkt wurde. Nach dem zweiten Golfkrieg im Jahr 1991 lagen schon mehr als 90 Prozent des einzigen Sumpflandes trocken.

Trotz der fast vollständigen Zerstörung des Ökosystems bei Al Basrah gehen Naturschützer davon aus, dass sämtliche autochthonen Tier- und Pflanzenarten die Trockenlegung überleben konnten. Nach dem erneuten Fluten des Gebietes, nach dem Fall des Hussein-Regimes, konnten auch alle 278 autochthonen Vogelarten wieder beobachtet werden.

Das 20.000 Quadratkilometern große Ökosystem ist Lebensraum einer beduinischen Bevölkerungsgruppe, der Marsch-Araber. Diese wurden während der Hussein-Regimes aus der Region vertrieben. Jetzt kehren sie langsam wieder zurück. Ihnen gilt auch der Dank für die erneute Flutung großer Gebiete der Region. Derzeit liegt etwa die Hälfte des einstigen Sumpfgebietes wieder unter Wasser.

EuphratBiologen, Naturschützer und die irakische Regierung sehen sich mit dem Plan des Nationalparks vor eine große Herausforderung gestellt. Eine große Hürde stellen nicht nur die Dämme dar. Auch die Politik macht die Sache nicht leichter. Die Flüsse Euphrat und Tigris werden nämlich auch von den Nachbarstaaten Türkei, Syrien und Iran reguliert.

Außerdem steht auch hinter der Finanzierung des Nationalparks ein großes Fragezeichen. Der Bauingenieur Azzam Alwash, der Leiter des Projektes, hofft auf Einnahmen aus dem Tourismus. Doch Besucher verirren sich weiterhin nur selten in den Irak. Die Sicherheitslage im Land ist einfach zu unvorhersehbar.

Fotos: Radio Nederland Wereldomroep, NASA Goddard Photo and Video, eutrophication&hypoxia / Flickr cc.

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