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Reisemangel Touristenführer

Kunst- und Kulturreisende erkunden meist in Horden die Sehenswürdigkeiten und saugen jede Information auf, die ihnen zu Ohren kommt. Immer voran einer, der mit einer Fahne, dem Regenschirm oder einem ähnlichen Gegenstand in der Luft herumwedelt. Er sollte eigentlich alles besser wissen. Jetzt entschied auch ein Gericht: Wenn sich der im Reiseprospekt angekündigte kompetente Experte als Reinfall entpuppt, gilt dies als Reisemangel.

Von einem Guide erwartet man sich professionelles Auftreten und vor allem Wissen. Er sollte auf seinem Gebiet zumindest besser informiert sein, als der Reisende selbst. Er ist es ja, der seine Schäfchen so nah wie möglich an die Geschichte und die Kultur des Landes heranführt. Wenn die im Reiseprospekt angekündigte Kompetenz fehlt, können Reisende einen Teil des Reisepreises zurückfordern.

Das Urteil

Laut dem juristischen Nachrichtenportal JurAgentur, hat eine Frau ihren Reiseveranstalter verklagt, da der im Katalog beschriebene erfahrene und enthusiastische Guide vor Ort einfach nicht den geweckten Erwartungen entsprach. Sie bezahlte 2085 Euro und forderte 50 % des Reisepreises zurück. Im Dezember gab ihr das Amtsgericht in Köln Recht.

Wegen den Wissenslücken des Touristenführers in Äthiopien, bekommt sie jetzt 15 % des Reisepreises zurückerstattet. Wenn im Katalog ein kompetenter Reiseführer speziell ausgewiesen wird, muss vor Ort auch einer da sein. So lautete die Entscheidung des Gerichts.

Guide

Sich führen lassen

Hierbei handelt es sich natürlich nur um eine Ausnahme. Nicht jeder geht nach einer schlechten Stadtführung gleich vor das Gericht. Oft ist man ja schon froh, dass man den Guide in seinem gebrochenem Deutsch oder Englisch überhaupt verstehen kann. Aber schauen wir uns mal an, was einen guten Touristenführer und somit eine gute Tour ausmacht.

  • Professionell, pünktlich und freundlich, sollte er sein.
  • Er sollte laut und klar sprechen und auch auf seine Körpersprache achten.
  • Eine Vorbereitung mit Recherchieren und Üben, ist die Hälfte einer guten Führung.
  • Im Vordergrund steht die Vermittlung von Informationen.
  • Er sollte Teilnehmer mit Fragen einbinden und Sie mit Tipps zu den Antworten führen.
  • Er sollte die Tour gut strukturieren und organisieren.
  • Mit Flexibilität und Einfallsreichtum löst man so mach eine unvorhersehbares Problem.
  • Manche Guides machen ihre Touren mit Spielen oder Demonstrationen dynamischer.
  • Jeder Teilnehmer soll alles sehen und hören können.
  • Nur die Wahrheit! Ein guter Guide gibt zu, wenn er mal über etwas nicht Bescheid weiß.
  • Er sollte Überleitungen zwischen den Stopps machen.
  • Die Tour sollte immer weiterentwickeln und ausgebessert werden.

Reiseführer

Man sieht, die Erwartungen sich hoch. Und die meisten Touristenführer bemühen sich wirklich, das Beste aus ihrer Tour zu machen. All denen, die auf den Guide in Menschengestalt verzichten möchten, stehen natürlich auch genug Reiseführer in Buchform oder auf Band zur Verfügung. Und diese haben den Vorteil, dass man sie auch mal in Ruhe zur Seite legen kann.

Haben Sie auch schon besonders gute, schlechte oder interessante Erfahrungen mit Guides gemacht?

Fotos: nikkigomez, JSmith Photo, DanieleCivello / Flickr cc.

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