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Nein, da wird nicht blinde Kuh gespielt. Dies ist eine neue Art der Stadbesichtigung. Blindwalks gibt es jetzt auch in Deutschland. Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie das nächste Mal in Köln eine Gruppe Menschen antreffen, die mit Augenbinden und im Gänsemarsch durch die Stadt spaziert.

Sogenannte Blind– oder Soundwalks sind keine Neuheit. Es handelt sich um ein alterprobtes Prinzip, bei dem den Teilnehmern die Augen zugebundenen werden, damit sie sich besser auf ihre übrigen Sinne konzentrieren können. Ziel ist eine komplett andere Wahrnehmung ihrer Umgebung. Langsam etablieren sich Blindwalks jetzt auch in der Welt des Tourismus.

Bitte weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen

Blindwalks sind schon seit langem ein beliebtes Vertrauensspiel oder Teambuilding-Aktivität. Vor noch nicht all zu langer Zeit zog das Prinzip dann auch in die Restaurants ein. Sogenannte Dunkelrestaurant liegen hoch im Kurs. Da werden die Augen ein bisschen auf Diät gestellt. Schmecken im Dunkeln ist eben in.

Auch Weinverkostungen, Museen und Erlebnisparcours in Dunklem haben wir schon gesehen, oder eben nicht. Wieso dann auch nicht blindes Sightseenig? Seit ein paar Wochen finden jetzt auch Blindwalks durch die Straßen Kölns statt.

Mit einer lichdichten Augenbinde begeben sich die Teilnehmer auf eine Entdeckungsreise durch das stockdunkle Köln. Wie ist es wohl so, wenn man nichts sieht? Probieren sie es aus. Lassen Sie das Video laufen und machen Sie die Augen zu. Natürlich ist es nicht das gleiche aber zumindest eine kleine Vorschau.

Der Historiker Dr. Axel Rudolph war es, der die Idee des Blindwalks erfolgreich umgesetzt hat. Ihm folgen die Teilnehmer wortwörtlich blind. Damit keiner verloren geht, tragen die Teilnehmer neben den Augenbinden auch Rucksäcke, an denen Sie sich gegenseitig festhalten. Danach geht es auch schon los, eine Polonaise durch die Innenstadt.

Im Gänsemarsch durch Koln

Erlebnisparcours, Museen und Restaurants haben es ihm vorgemacht. Der Zeitschrift Geo gegenüber erklärte der Historiker: „Der größte Unterschied zu den anderen Veranstaltungen ist, dass sie in geschützten Räumen stattfinden und letztendlich etwas Inszeniertes sind…“ Beim Blindwalk bewegen sich die Blindgänger auf unsicherem Boden. „Man ist konfrontiert mit den echten Passanten, mit den echten Geräuschen und auch mit den ganzen Zufälligkeiten.“

Wie klingt so eine Stadt im dunklen? Autogeräusche, die fallen einem noch auf, aber wie ist es mit dem Rest? Das Plätschern eines Brunnens, die Gespräche einer Touristengruppe, Skateborder, spielende Kleinkinder, Bahnhofgeräusche und alles andere, was zu so einer Innenstadt noch dazugehört. Probieren Sie es aus! Es ist ein Erlebnis, das sich auch Kölner nicht entgehen lassen sollten.

Pro Person kostet die Führung 35 Euro und Sie erfreut sich großer Beliebtheit. Die Teilnehmer legen eine Strecke von 1,2 Kilometern zurück. Unter anderem geht es im Gänsemarsch an dem Hauptbahnhof, dem Dom, dem Rhein, dem Heinrich-Böll-Platz und dem Heinzelmännchenbrunnen vorbei. Am Ende der Führung können die Teilnehmer probieren mit Hilfe einer Karte die Eindrücke den einzelnen Orten zuzuordnen.

Auch wenn man nur Schwarz sieht ist ein Blindwalk mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis. Viel zu oft vergessen wir in unserem Reisewahn einfach die Kamera auszuschalten, uns irgendwo auf die Bank zu setzten und einfach die Welt an uns vorbei ziehen zu lassen. Viele wollen gar nicht daran denken, die Augen zuzumachen. Immer in der Angst etwas zu verpassen.

 

Würden Sie auch an so einer Stadführung teilnehmen?

Fotos: iLikeSpoons, ilhu industries / Flickr cc.

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