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Straßenkünstler rund um den Globus

Nicht nur die Sehenswürdigkeiten machen den Charakter einer Stadt aus, auch ihre Straßenkünstler tragen ein gutes Stück dazu bei. Das Projekt Busking Project widmet sich genau diesen Menschen, die für ein wenig Wechselgeld ihr besten Lied vortragen, den Pflaster bemalen, den Clown spielen, mit Feuer jonglieren oder einfach nur still da stehen. Was entsteht ist ein Dokumentarfilm, in dem die Straßenkünstler endlich einmal im Rampenlicht stehen werden. Viel zu oft geht man ja einfach an ihnen vorbei.

Aus New York um die ganze Welt

Die Idee für Busking Project kam vom Nick Broad, dem Gründer der Internetseite Undercover New York, die sich voll und ganz den Straßenkünstlern von Big Apple widmet. Wieso sollte man sich nur auf New York beschränken, dachte er. Auch andere Städte haben ja interessante Busker (englisch für Straßenkünstler).

Zusammen mit Chris Smith und Belle Crawford wurden 40 Städte ausgesucht, die man in 300 Tagen bereisen wollte, immer auf der Suche nach den mehr oder weniger talentierten Straßenartisten und einer guten Geschichte. Nachdem genug Spenden aufgetrieben wurden ging es dann auf die Reise. Low Budget, natürlich.

Viel Farbe und Geduld

Zwischen Couch und Straße

40 Städte, 30 Länder und 5 Kontinente wollten die 3 wagemutigen Filmemacher in 10 Monaten hinter sich legen. Jetzt sind Sie schon fast 9 Monate unterwegs, um Aufnahmen zu machen und Interviews zu sammeln. Das Team hält sich übrigens nie länger als sieben Tage in einer Stadt auf. Klingt anstrengend, ist es auch.

Vor allem wenn man sich die Unterkunft nicht mehr leisten kann. Für 5-Sterne-Hotels bleibt nach den Flugtickets, den Visas, der Ausrüstung und dem Essen in der beschränkten Reisekasse ja kein Geld mehr übrig. So surft das Team von einer Couch auf die andere. Couchsurfing eignet sich auch gut um lokale Straßenkünstler aufzuspüren.

Der Vorgeschmack, auf den Dokumentarfilm von Busking Project, erfreut sich großer Beliebtheit:

http://vimeo.com/33460544

Vielfältig wie ihre Kunst

Die Motivation findet das dreiköpfige Team vor allem in den Künstlern selbst. Und da ist einiges dabei. Vom Bettler, der sich damit sein tägliches Brot verdient, bis zum ausgebildetem Musiker, der einfach gerne auf der Straße spielt. Es gibt Einzelgänger oder auch ganze Familien. Manche machen es schon seit Generationen.

Wohnwagen, Haus oder einfach der Daumen. Ob Nomaden oder Einheimische, meistens müssen Sie noch immer mit dem Vorurteil leben: “Wenn sie wirklich talentiert wären, dann müssten sie nicht auf der Straße spielen,” meint Chris. Sie hätten aber auch Künstler getroffen, die sich auf der Straße eine goldene Nase verdient hätten.

Die Stadt als Leinwand

Oft mischen sich sogar Stadtverwaltungen in das Geschehen auf den Straßen ein. So versucht man die Straßenkunst immer mehr zu Regulieren, sei es mit Castings oder sogar Verboten und Strafen. Vor allem in Europa aber, werden Straßenkünstler auch immer öfter gefördert. Auch Straßenkünstlerfestival erfreuen sich großer Beliebtheit.

Manche Künstler stehen zumindest Dank YouTube für eine kurze Zeit im Mittelpunkt. Aber wer kennt schon ihre Geschichten. Man nimmt sich doch kaum die Zeit stehenzubleiben. Wann haben Sie das letzte Mal mit einem gesprochen?

Im Januar fällt die letzte Klappe, wonach sich das Team ins Studio zurückziehen wird, um an dem Blick hinter die Kulissen zu basteln. Wir warten gespannt auf das Endergebnis.

Fotos: spiritquest, Beachy, stoneysteiner / Flickr cc.

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