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Gezeichnet vom Alter und den Turnschuhen zahlreicher Touristen gehen immer mehr Sehenswürdigkeiten in die Knie. Sie verabschieden sich zwar langsam aber doch, meistens durch die Hand des Menschen. Auch Titel wie Weltwunder oder UNESCO-Welterbe helfen da nicht viel.

Der Untergang von Pompeji II

Die letzte Meldung kam aus Pompeji. In der Welterbe-Stätte bei Neapel ist letzten Freitag eine antike Mauer eingestürzt. Was übrig bleibt sind nur noch mehrere Kubikmeter Schutt. Bereits letztes Jahr ist dort das Fresken-Haus Schola Armaturarum eingestürzt in dem sich im Alten Rom die Gladiatoren auf ihre Kämpfe vorbereiteten.

Die durch einen Vulkanausbruch im Jahre 79 nach Christus unter einem Ascheberg konservierte Stadt Pompeji gehört zum UNESCO-Welterbe und lockt Millionen von Touristen an. Italiens Kulturminister Giancarlo Galan erhofft sich auch finanzielle Hilfe seitens der Europäischen Union. Diese sollte 105 Millionen Euro für den Erhalt der archäologischen Schätze Italiens beisteuern.

Der Fall der Mauer

Die Chinesische Mauer, die über anderthalb Jahrtausende gebaut wurde (vom 3. Jahrhundert vor Christus bis zur Ming-Dynastie), bröckelt. Die Mauer wird jährlich von ca. zehn Millionen Touristen besucht, die dem neuen Weltwunder mit Tonnen von Müll oder sogar Graffitis stark zusetzten.

Aber nicht nur der Massentourismus trägt die Schuld für den Zerfall der 5 000 bis 6 500 Kilometer langen Mauer. Vor allem Mauerteile, die nicht aus Stein bestehen, werden von Sandstürmen angebrochen. Diese sind die Folge von landwirtschaftlichen Methoden, die den Norden des Landes in eine Wüste verwandelt haben.

Angekündigter Zusammenbruch des Taj Mahal

Wegen des immer tieferen Wasserspiegels des nahegelegenen Flusses fing das hölzerne Fundament des Mausoleums an zu verrotten. Es sind schon erste Risse sichtbar. Gründe weswegen der Yamuna austrocknet sind Abholzung, Umweltverschmutzung und die wachsende Industrialisierung.

Das Monument gerät langsam in Schieflage. „Wenn die Krise nicht umgehend in Angriff genommen wird, bricht das Taj Mahal innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre zusammen“, erklärte Ramshankar Katheria, ein Betreuer der Kampagne für den Erhalt des Taj Mahal, gegenüber der britische Zeitung Daily Mail.

Venedig versinkt

Die Stadt liegt nur noch einen Meter über dem Meeresspiegel. Der Wasserspiegel steigt ständig weiter an und die Pfählen, auf denen Venedig steht, sinken. Gleichzeitig zerstört auch der Schiffsverkehr, der parallel mit der Touristenzahl wächst, das Ökosystem der Stadt.

Die Zahl der Besucher sei „zu hoch für eine so zerbrechliche Stadt“, meinte Alessandra Mottola Molfino, Vorsitzende der nichtstaatlichen Organisation Italia Nostra, die diesen Sommer auch eine Limitierung der Besucher forderte. Täglich Pilgern 59 Tausend Touristen in die Stadt der Verliebten. Diese Zahl sollte auf 33 Tausend gesenkt werden.

Das Tote Meer liegt im Sterben

Hier verschwindet nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern ein ganzes Reiseziel. Die See am tiefsten Punkt der Erde ist in zwei Becken unterteilt. Im natürlichen Teil des Toten Meers im Norden wird das Wasser immer weniger, während im südlichen Becken der Wasserspiegel unaufhörlich steigt und somit zahlreiche Hotelanlagen bedroht.

Das Problem ist vor allem der Abbau von Mineralstoffen, die für Düngemittel und sogar Kosmetik verwendet werden. „Bei dem Prozess sinkt Salz auf den Seeboden, lagert sich dort ab und lässt so den Wasserspiegel kontinuierlich steigen”, erklärte Gidon Bromberg von der Umweltorganisation Friends of the Earth Middle East. An einer Lösung für das Problem wird derzeit noch getüftelt.

Und die Liste ist noch lang. In Hawaii steigt der Wasserspiegel und verschlingt Strände, die Eisberge der Arktis und Antarktis schmelzen, Regenwälder wie der Amazonas werden neben der Abholzung auch durch den Klimawandel bedroht. Es scheint ganz so, als ob es nicht nur bei diesem einem Artikel bleiben wird.

Werden Sie den untergehenden Sehenswürdigkeiten noch einen letzten Besuch abstatten, oder werden Sie gerade deswegen lieber anderswohin fliegen?

Fotos: Alun Salt, Jesper2cv, rvw, Paul and Jill, Valerio „Dokka“ D’Introno, nina loves israel / Flickr cc.

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