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US-Reisebann: Tourismusvertreter äußern Kritik an Trumps Executive Order

Der US-Reisebann gegen Staatangehörige überwiegend muslimischer Länder löste in den USA eine Welle der Entrüstung aus. Tausende Amerikaner solidarisierten sich vor allem mit jenen, die an einem der US-Flughäfen festgesetzt wurden. Betroffen sind Menschen aus Iran, Irak, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien. Nun stellen sich auch Vertreter von Fluglinien, Tripadvisor und Airbnb gegen den von US-Präsident Trump verhängten Einreisestopp.

Als einer der Ersten aus der Reisebranche richtete sich beispielsweise American-Airlines-Chef, Doug Parker, gegen Trumps Executive Order. In einem offenen Brief, der am Montag auf der Unternehmenswebseite veröffentlicht wurde, nannte er den Einreisestopp „spalterisch“. Das amerikanische Online-Reisebüro Expedia wiederum unterstützte eine Klage des Staates Washington gegen das Dekret. Auch TripAdvisor-Chef Steve Kauder richtete sich in einem offenen Brief auf der Networking-Plattform LinkedIn an Präsident Trump. Darin appellierte er an Trumps Feinsinn und kritisierte den Reisebann als „herzlos, diskriminierend und den Prinzipien, die unser Land so großartig machen, entgegenstehend.“ Brian Chesky, Geschäftsführer des Übernachtungsportals Airbnb, kündigte auf Twitter an, dass sein Unternehmen den vom Reisebann betroffenen Individuen mit vorübergehenden kostenlosen Unterkünften aushelfen möchte.

Auch in Deutschland formiert sich Widerstand: „Der Erlass des US-Präsidenten schränkt nicht nur die geschäftliche Mobilität der deutschen Wirtschaft ein, sondern fügt dem Ansehen der Vereinigten Staaten von Amerika und ihren freiheitlichen Grundwerten ernsthaften Schaden zu“, erklärte Dirk Gerdom, Geschäftsführer des Verband Deutsches Reisemanagement. Zwar wurde inzwischen konkretisiert, dass Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, beispielsweise Deutsch-Iraner, und gültigem Visum doch einreisen dürfen. Aber das scheinbar willkürliche Handeln des 45. US-Präsidenten hat auch hier weite Teile der Öffentlichkeit verunsichert. So registriert das Reiseunternehmen Lufthansa bereits „eine erhöhte Zahl von Umbuchungen und Stornierungen“ beim Reiseziel USA.

Fotos: Towards Passport Control von shankar s. / Flickr cc

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