Von Budapest nach Belgrad
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Von Budapest nach Belgrad

Bei uns herrscht derzeit Hochbetrieb. Es gibt kaum jemanden aus dem liligo-Team, der diesen Sommer nicht schon mindestens einmal seine Koffer gepackt hat. Manche zieht es zu exotischen Inseln wie Sansibar, andere zu den Sommerfestivals, wieder andere auf die Radwege entlang der Donau. Hier kommen ein paar Eindrücke, die Julien und Romain mit ihren Fahrrädern zwischen Budapest und Belgrad gesammelt haben.

Wir haben schon vor ein paar Wochen über die attraktiven Eurovelo-Fahrradwege entlang der europäischen Flüsse berichtet. Zwei wagemutige liligo-Kollegen sind einen Teil der 400 Kilometer langen Strecke zwischen Budapest und Belgrad jetzt auch persönlich nachgeradelt. Dabei ging fast nichts nach Plan. Aber auch das gehört zu einem guten Fahrradtrip dazu, nicht wahr?

Tag 1: Budapest – Kalocsa, oder fast

Alles eingepackt? Zahnbürste nicht vergessen? Dann geh es für Julien und Romain auch schon los, auf ihren ersten Fahrradtrip. In der ungarischen Donaumetropole braucht man nach den passenden Fahrradweg-Markierungen nicht lange zu suchen. Jetzt nur noch in die richtige Richtung abbiegen, Richtung Flussstrom, Richtung Belgrad. Keiner der Jungs denkt da noch daran, dass sie gleich nach 15 Kilometern von einem Platten gebremst werden. Zum Glück haben sie das passende Werkzeugkästchen dabei.

Am Ende des Tages heißt die Endstation nicht Kalocsa sondern Dunaföldvár. Grund ist nicht der Platten sondern der starke, nicht seltene, Wind auf den ungarischen Ebenen. Eine Notfall-Unterkunft ist organisiert, dafür gibt es aber weit und breit kein einziges offenes Gasthaus. Da freut man sich noch mehr über den Burger von der letzten noch halb geöffneten Imbissbude.

Gleich am Anfang...Nach 100 Kilometern schmeckt auch dieser...

Tag 2: Dunaföldvár – Baja

Zumindest am zweiten Tag geht alles nach Plan, wenn man von den leeren Wasserflaschen absieht. Immer den Wasserstand (sowohl den des Flusses wie den des Trinkvorrates) prüfen! Auch die Fähren befördern Radler je nach Saison manchmal nur sehr selten über die Donau. Mit einem Fahrplan sparen Sie kostbare Stunden oder Sie warten, warten, warte. Neben Sonnencreme gehört auch ein Insektenspray zur Standardausrüstung! Vor allem auf den matschigen Wegen im Dschungel entlang der Donau kann es vor kleinen Blutsaugern (und wir sprechen jetzt nicht von Draculas Nachwuchs) nur so wimmern.

An der schönen nicht so blauen Donau...Offroad?

Tag 3: Baja – Novi Sad, auf den Schienen

Und dann erst der Regen… Als Julien und Romain am dritten Morgen aus ihren Zelt schauen, konnten sie ihren Augen nicht trauen. Nach der aufputschenden Sonne des Vortages regnet es Weltuntergangstimmung. So geht es mit dem Zug weiter. Baja – Kiskunhalas – Novi Sad kann sich ohne Ungarisch-Sprachkenntnisse als ein richtiges Abenteuer entpuppen. So müssen an den Ticketschaltern neben dem Gestikulieren auch schon mal die zeichnerischen Fähigkeiten unserer Jungs herhalten. Fahrrad oder Schaf?

Wie heißt noch mal Fahrradmitnahme auf Ungarisch?Zum Trocknen in den Zug...

Tag 4: Entdeckungstour durch Novi Sad

Nach den Strapazen der Zugreise, die sich viel länger und komplizierter herausstellt wie geplant, erreichen die Jungs am Morgen des vierten Tages Novi Sad und entscheiden sich, einen Tag Radelpause fürs Sightseeing in der zweitgrößten serbischen Stadt einzulegen. Tipp nebenbei: Tragen Sie immer ein wenig Bargeld in der passenden Währung mit sich. Plastikgeld und Euros helfen Ihnen auf den kleineren Bahnhöfen entlang der Strecke nur wenig. Aber schauen wir mal, was Novi Sad so zu bieten hat.

Blauer Himmel über Novi SadSightseeing

Tag 5: Novi Sad – Belgrad

So steil wie es nach dem angenehmen Zwischenstopp in Novi Sad mit der Moral bergauf geht so steil geht es dann auch wortwörtlich bergauf. Am Ende hilft nur noch Schieben. Auf der Karte schaut aber alles nach einer ganz normalen Ebene aus. Auch bei den Markierungen muss man gut aufpassen. Manchmal gibt es alternativen. Vor allem die Wahl zwischen kurz und matschig und lang und asphaltiert sollte man sich gut überlegen. Aber dann sind sie schon da, im Gewirr des chaotischen Verkehrs der serbischen Metropole. Voraussicht: Ein hart verdientes Wohnende in Belgrad.

Fast da...Am Ziel!

Der Rückweg nach Budapest mit dem Zug ist zumindest ein bisschen weniger holperig.

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