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Interview mit Anja von happybackpacker.de: “Ich liebe einfach den Duft der Freiheit.”

Heute erzählt uns Anja von happybackpacker.de darüber, wie sie das Reisefieber gepackt hatte und warum sie auf Reisen auch mal gerne ein (kalkulierbares) Risiko eingeht. Sie ist seit 2000 am Reisen, ständig auf der Achse. Neidisch? Kein Problem. In ihrem Blog gibt Anja allen, die es ihr mal nachmachen möchten, jeder Menge praktische (Überlebens-)Tipps. Haben Sie den nötigen Mut, Ihre Koffer für eine längere Zeit zu packen? Wer weiß, vielleicht finden Sie ja gerade zwischen den folgenden Zeilen die nötige Motivation…
Name: Anja Knorr
Blog: http://www.happybackpacker.de/
Aktueller Standort: Berlin
Letzte Reise: Brasilien
Nächste Reise: Malta
Reiseutensil, das nie fehlen darf: Eine Zahnbürste
Am öftesten zu Hause vergessen: Meine Kreditkarte vor der Abreise von meiner Bank für Auslandseinsätze entsperren zu lassen.

Rucksack oder Koffer? Ich habe einen rollenden Rucksack.
Zelt oder Hotel? Gute Abwechslung aus beiden.
Roadtrip oder Flugreise? Definitiv Roadtrips
Allein, zu zweit oder in der Gruppe? Allein oder zu zweit.

„Ich liebe einfach den Duft der Freiheit.“

Seitdem Dich mit zwanzig so richtig das Reisefieber gepackt hatte, bist Du ja mehr oder weniger ständig unterwegs. Wie kamst Du dazu, Deinen Rucksack zu packen?

Ich komme aus einer sehr kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt und konnte es gar nicht erwarten, nach dem Abitur endlich um die Welt zu reisen. Ich hatte eine tiefe Sehnsucht in mir gespürt, neue Länder zu entdecken und Abenteuer zu erleben. Also habe ich damals noch auf dem Postweg viele Hotels angeschrieben und gefragt, ob ich dort für den Sommer arbeiten dürfte und schließlich hat sich ein kleines, charmantes Hotel in Südfrankreich gemeldet und mich als Putzfrau und Kellnerin eingestellt. Meine Eltern brachten mich mit dem Auto an die Cote d’Azur und ich heulte Rotz und Wasser, als sie mich dort absetzten und weiter fuhren.

Die erste Woche fand ich unheimlich schwer. Ich vermisste meine Familie wahnsinnig und war die anstrengende körperliche Arbeit nicht gewöhnt. Ich wollte es allen daheim jedoch unbedingt zeigen, dass ich selbständig bin und mein Ding jetzt durchziehe. Und schon nach kurzer Zeit fing ich an die Zeit meines Lebens zu verbringen. Lernte neue Freunde kennen, arbeitete mich in meinen Job ein, lernte die Sprache, schwamm im Meer und entdeckte die Gegend. Seitdem hat mich das Reisefieber gepackt und nie wieder richtig losgelassen.

Mittlerweile hast Du eine beeindruckende Liste an schon bereisten Destinationen rund um die Welt vorzuweisen. Hast Du ein Lieblingsreiseziel, oder fällt die Wahl mittlerweile schwer?

Ich mag es eigentlich überall, wo die Sonne scheint, es tropisch warm ist und das Meer nicht zu weit weg. Ganz besonders liebe ich Lateinamerika und die Art zu leben dort. Salsa oder Samba tanzend wird das Leben dort nicht zu ernst genommen und man besinnt sich auf die wichtigen Dinge im Leben. Das gefällt mir ungemein.

"Ich mag es eigentlich überall, wo die Sonne scheint, es tropisch warm ist und das Meer nicht zu weit weg."

Unterwegs jobbst Du auch öfters. Was wären Deine wichtigsten Tipps für Weltenbummlern, die ihre Reisekasse aufbessern möchten?

Mein erster Tipp ist, dass niemand mit komplett leeren Taschen loszieht. Ich mag ein Sicherheitspolster von mindestens 500 Euro, damit ich die ersten Tage erst einmal in Ruhe ankommen kann und mich in der neuen Stadt orientiere. Zweitens: Sei dir nicht zu schade, auch einmal Jobs zu machen, die dir daheim nie einfallen würden. Fruit Picking, putzen, auf einer Farm arbeiten. Das klingt zunächst einmal nicht sehr glamourös, aber die Erfahrungen, die dort gesammelt sind Gold wert und lassen die Kassen klingeln.Und drittens: Reisen in der Nebensaison spart wirklich viel Geld. Also nicht gerade jetzt zur WM nach Rio fliegen. Hier findet ihr eine Auflistung einiger Work & Travel-Jobs.

In deinem Blog Happy Backpacker berichtest Du ausführlich über Deine Surf- und Tauchausflüge. Welche Spots haben es Dir besonders angetan?

Zum Tauchen mochte ich besonders das Ningaloo Reef in Western Australia, an dem man zu den Tauch-Spots schwimmen kann, ohne auf ein Boot angewiesen zu sein. Sogar beim schnorcheln in Ufernähe habe ich dort Lemon Sharks, Manta Rays und Schildkröten gesehen, die sich überhaupt nicht von mir stören lassen haben. Zum Surfen mag ich besonders die mittelamerikanischen Länder: Costa Rica, Nicaragua und Panama.

Die Wellen sind dort klasse und das Wasser so warm, dass ich nur mit einem Rash Guard surfen brauche. Und dann gibt es noch Jericoacoara im Norden Brasiliens. Ein Traumstrand. Ein Dorf, das nur mit dem Allradwagen zu erreichen ist und herrliche Wellen, die perfekt für Longboarder sind und selbst von Kite- und Windsurfern abgeritten werden.

Welche Destinationen würdest Du Surf- und Tauchanfängern empfehlen?

Generell ist die leere Küste Australiens perfekt für Surfanfänger. Es gibt dort zuhauf Anfängerkurse und die Aussies sind nett und nehmen sich viel Zeit. Für Taucher habe ich nur einen Tipp: Macht euren PADI nicht zuhause in Deutschland. Dort endet ihr in der Schwimmhalle oder in der kalten Ostsee und seht auf den ersten Tauchgängen erst einmal gar nichts. Ich habe meinen ersten Tauchgang auf den Bay Islands in Honduras gemacht und bin gleich mit einer Schildkröte geschwommen. Noch dazu sind die Tauchgänge in solchen Ländern oftmals um ein Vielfaches günstiger als in Europa.

Auf dem Surfbrett zu Hause

Du hast Höhenangst, aber springst trotzdem Fallschirm. Gehst Du auf Reisen gerne an Deine Grenzen?

Ja auf jeden Fall. Irgendwie scheine ich mich auf Reisen freier zu fühlen. Will an meine Grenzen gehen und (kalkulierbare) Risiken eingehen. Trotzdem ist das nicht das Wichtigste für mich. Ich liebe einfach den Duft der Freiheit. Das Gefühl, dass alles möglich ist und morgens nicht zu wissen, wo man am Abend seine Koffer auspackt.

Verpasst, verloren, verlaufen… Im Nachhinein entpuppen sich oft auch die schlimmsten Reise-Desaster als amüsante Anekdoten. Könntest Du eine mit uns teilen?

Ohja, da gibt es einige. Zum Beispiel war ich erst im Februar in Buenos Aires und stand ohne Geld da. Ich wollte aus meinem Hotel aus checken und meine beiden Bankkarten funktionierten nicht mehr. Ich dachte, dass muss an dem veralteten Geräten des Hotels liegen und ließ mich vom Sicherheitsbeamten zur nächsten Bank geleiten.

Dort spielte sich jedoch das gleiche Desaster ab. Ich musste mein Hotelzimmer zahlen, hatte nur noch genügend Geld, um zum Flughafen zu gelangen und wusste nicht, wie ich das Hotel bezahlen sollte. Gott sei Dank gibt es aber noch Auslandsüberweisungen und somit ging die Geschichte noch einmal glimpflich aus.

Falls Dich Scotty in diesem Moment an einen beliebigen Ort beamen könnte, welche Koordinaten würdest Du wählen?

Die Südsee. Weißer Sandstrand, die Palmen rauschen im Wind, das blaue Meer vor meinen Augen und niemand weiter ist am Strand weit und breit.

Welcher Song weckt bei Dir derzeit die Lust, die Koffer zu packen?

Escape von Rupert Holmes – Ja, der Pina Colada-Song. Ich bin nicht gerade für meinen guten Musikgeschmack bekannt…

Einheitliche Entscheidung im liligo-Büro: Ohrwurm des Tages!
Wir brauchen wohl alle mal wieder Urlaub.

Fotos: happybackpacker.de

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