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Tunesien strebt 10 Millionen Touristen an

Anfang dieses Jahres standen die Unruhen in den Maghreb-Staaten in den Nachrichten fast täglich auf dem Programm. Folglich haben zahlreiche Touristen Tunesien den Rücken gekehrt und die Zahl der Urlauber ist drastisch gesunken. Das Auswärtige Amt meldet jetzt, dass sich die Lage Stabilisiert hat und auch die tunesischen Behörden versichern den Urlaubern, dass sie wieder Sorgefrei nach Tunesien reisen können (je früher, desto besser). Aber die Frage bleibt; Wie sicher sind Reisen und Urlaub in Tunesien?

Wir konnten alle die Geburt des Arabischen Frühlings mitverfolgen. Viele mit gemischten Gefühlen, mit Aufregung anlässlich der Revolution, Enthusiasmus für Änderungen und Sorge um die Menschen. Die Sorge kam in Europa vor allem mit der neuen politischen Macht, der islamistischen Partei Ennahdha, die als Sieger aus den Wahlen hervorging. Das Resultat war ein schwerer Schlag für den Tourismus, der das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten verbuchen musste.

Dies bedeutete auch einen schwerer Schlag für die tunesische Wirtschaft. Ganze 400.000 Tunesuer leben nämlich von dem Tourismus. Folglich ist die Wirtschaft auf die Tourismusbranche angewiesen. Schon diesen Sommer wurden tausende Mitarbeiter entlassen. Der zukünftige Ministerpräsident und Generalsekretär der Ennahdha, Hamadi Jebali, und sein Minister für Tourismus haben die Alarmglocken nicht überhört.

Tuneisen

Flüge nach Tunesien

Eine großangelegte Kampagne soll wieder mehr Touristen ins Land locken, genauer 10 Millionen pro Jahr. So versucht man jetzt mit viel Charme und berühmten Gästen potenzielle Urlauber von der Sicherheit des Landes Überzeugen. Man hofft sogar auf das britische königliche Traumpaar William und Kate. Tunesien rührt fleißig die Werbetrommel. Und es besteht kein Zweifel, dass das Land mit all der Sonne, Strand und Meer Touristen einiges zu bieten hat.

Der zukünftige Ministerpräsident Jebali betont immer wieder, dass es sich bei Ennahdha um keine religiöse sondern eine demokratische Partei handelt. Beim der Wiederbelebung der Wirtschaft wird Tourismus großgeschrieben:

„Die Partei Ennahdha ist sich der Wichtigkeit der Rolle, die der Tourismussektor bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Tunesiens spielt, durchaus bewusst. […] Für die nächsten drei Jahre haben wir uns das Ziel gesetzt jährlich 10 Millionen Gäste willkommen zu heißen, die Zahl der Übernachtungen zu verdoppeln und die Nachhaltigkeit und das Einkommen der Tourismusbranche zu verbessern.“ Agence France-Presse (AFP)

Zonen die man meiden sollte

Von Reiseveranstaltern wird das Land als Neues Tunesien gepriesen. Oft wird der Urlaub sogar als Beitrag zur Wirtschaftshilfe promoviert. Auch die Preise für Pauschalreisen in Tunesien sind günstiger. Die Situation in Tunesien hat sich zwar wirklich stabilisiert, aber es gibt noch immer Zonen, die man bei einer Tunesien-Reise meiden sollte, insbesondere als Individuellreisender.

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Vor allem um Regionen wie Gafsa und Sidi Bou Zid sollte man einen großen Bogen machen. Auch beim Auswärtigem Amt finden Sie eine lange Liste mit Sicherheitshinweisen. „Es weist insbesondere auf die Gefahren bei Reisen in die Sahara im nahen Grenzgebiet zwischen Tunesien, Algerien und Libyen hin.“

„Im Grenzgebiet zu Algerien und Libyen abseits der befahrenen Pisten im südlichen Sperrgebiet bestehen auch weiterhin erhebliche Entführungsrisiken. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in diese entlegenen Gebiete eindringlich ab.“

Obwohl man sich als Pauschalreisender auf der sichereren Seite befindet, sollte man sich trotzdem gründlich über die Risiken einer Reise informieren. Vor allem außerhalb der Hotelanlagen wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Sie sollten auch immer zumindest eine Kopie des Reisepasses bei sich haben.

Planen sie einen Urlaub in Tunesien? Halten Sie das Sicherheitsrisiko noch immer für zu hoch?

Fotos: sky#walker, isawnyc / Flickr cc.

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